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E-Nummern: Was unsere Nahrung mit Chemie zu tun hat

E-Nummern in Lebensmitteln: Erfahre, was unsere Nahrung mit Chemie zu tun hat, wie du E-Nummern und Zusatzstoffe erkennst und auf welche du besser verzichten solltest.
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E-Nummern: Was unsere Nahrung mit Chemie zu tun hat

E-Nummern in Lebensmitteln: Erfahre, was unsere Nahrung mit Chemie zu tun hat, wie du E-Nummern und Zusatzstoffe erkennst und auf welche du besser verzichten solltest.

Was sind E-Nummern?

Jedem in der EU zugelassene Zusatzstoff wird eine eigene Nummer, die sogenannte E-Nummer, zugeordnet. Das E steht für Europa und somit können E-Nummern als alternative Bezeichnung für Lebensmittelzusatzstoffe verstanden werden. Mittlerweile sind in der EU über 300 Zusatzstoffe mit den unterschiedlichsten Funktionen zugelassen. Am häufigsten zu finden sind:

  • Antioxidationsmittel, welche Qualitätsverluste verhindern und für eine längere Haltbarkeit sorgen.
  • Emulgatoren, die Stoffe verbinden, die sich nicht miteinander vermischen lassen.
  • Farbstoffe, die Lebensmittel bunter machen.
  • Verdickungsmittel für eine bestmögliche Konsistenz.
  • Geschmacksverstärker für einen unwiderstehlichen Geschmack.
  • Konservierungsstoffe für eine längere Haltbarkeit.
  • Zuckeraustauschstoffe bzw. Süßstoffe zum Süßen ohne Zucker.

Die Zuteilung der E-Nummer richtet sich nach diesen Funktionsklassen. Farbstoffen werden zum Beispiel die Nummern 100 bis 199, Süßstoffen die Nummern 950 bis 1521 zugeordnet. Kann ein Zusatzstoff mehreren Klassen zugeteilt werden, so erhält dieser lediglich eine E-Nummer. Die Liste beginnt bei 100 und endet bei 1521.

Solltest du dir die Liste mit allen E-Nummern genauer ansehen, wirst du feststellen, dass nicht alle Nummern vergeben sind. Das liegt daran, dass die einzelnen Zusatzstoffe regelmäßig kontrolliert werden. Wird dabei ein Stoff als bedenklich eingestuft und verboten, wird dieser aus der Liste gestrichen und die Nummer nicht erneut vergeben.

E-Nummern in Lebensmitteln: Wie erkennst du Zusatzstoffe?

Zusatzstoffe müssen in der Zutatenliste ausgewiesen werden, zum Beispiel Säuerungsmittel: Zitronensäure. Alternativ ist die Verwendung der E-Nummer möglich (Säuerungsmittel E 330). Letztere findest du aber kaum noch auf einer Verpackung. Da die Verbraucher und Verbraucherinnen immer kritischer werden, verwendet die Nahrungsindustrie den Namen des Zusatzstoffes anstelle der E-Nummer. Diese klingen oftmals harmloser und schrecken weniger ab. Auf der Website des Lebensmittelverbandes Deutschland habe ich diese Broschüre zum Thema Lebensmittelkennzeichnung entdeckt. Neben der Kennzeichnungspflicht von E-Nummern erfährst du, welche weiteren Angaben durch die Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) vorgeschrieben sind. Doch leider ist es nicht immer so einfach mit dem Entschlüsseln. Unterschiede bei der Kennzeichnung gibt es in den folgenden Fällen:

  • Werden bei der Produktion Zusatzstoffe eingesetzt, welche im Endprodukt keine technologische Wirkung mehr haben, müssen diese in der Zutatenliste nicht deklariert werden.
  • Beim Verkauf von losen / unverpackten Lebensmitteln, zum Beispiel beim Imbiss um die Ecke, im Restaurant oder beim Bäcker, reicht die Kennzeichnung der Zusatzstoffe oder deren Funktionsklasse auf einem Schild oder in der Speisekarte aus.
  • Ist die Verpackung zu klein (Oberfläche kleiner 10 cm2) entfällt die Pflicht für die Aufführung einer Zutatenliste. In diesem Fall ist nicht ersichtlich, ob und wenn ja, welche Zusatzstoffe im Produkt enthalten sind.

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E-Nummern: Harmlos oder verdächtig?

Viele Zusatzstoffe stehen im Verdacht, Auslöser für Allergien zu sein sowie Krankheiten zu begünstigen.

Zur Beurteilung der Unbedenklichkeit eines Zusatzstoffes hat sich der ADI-Wert (acceptable daily intake) etabliert. Er zeigt auf, welche Menge eines Zusatzstoffes pro Tag und über die gesamte Lebensdauer verzehrt werden kann, ohne dass dabei gesundheitliche Schäden zu erwarten wären. Die Angaben erfolgen in mg/kg Körpergewicht. Es handelt sich dabei um keinen Grenzwert, jedoch sollte eine dauerhafte Überschreitung vermieden werden.

Auf Utopia findest du eine Liste mit 23 E-Nummern, die du vermeiden solltest. Ebenfalls kann ich dir das Buch „Chemie im Essen“ von Hans Ulrich Grimm empfehlen. Dieses hat mir vor fünf Jahren die Augen geöffnet und mir geholfen meinen Kühl- und Vorratsschrank „cleaner“ zu machen.

Allerdings sind nicht alle Zusatzstoffe schädlich. So wird zum Beispiel der rote Farbstoff Betanin, welcher ein natürlicher Bestandteil der Rote Bete ist, als E-Nummer 162 geführt. Auch das sicherlich jedem bekannte Natron muss als Zusatzstoff (E 500) gekennzeichnet werden.

Was kann ich denn überhaupt noch essen?

Du fragst dich nun sicherlich, wie du dir das alles merken sollst. Als ich Ende 2016 damit begonnen habe meine Ernährung zu überdenken, prasselten viele Informationen auf mich ein. Mit jeder Recherche wurde ich wieder etwas schlauer. Das Buch „Chemie im Essen“ wurde mein Begleiter beim Prüfen von Etiketten. Ebenfalls immer dabei: Notizbuch und Kugelschreiber. Ich suchte nach Alternativen zu bisher verwendeten Produkten und begann mehr und mehr selbst und ohne Fertigpackungen zu kochen. Im Folgenden möchte ich dir meine Tipps aus meinem täglichen Küchenalltag an die Hand geben.

Praktische Tipps, wie du die Aufnahme von Zusatzstoffen vermeiden bzw. verringern kannst:

  • Kaufe frische und unverarbeitete Lebensmittel und koche, so oft es geht, selbst. Stöbere durch meine Rezepte und probiere eigene Kreationen aus.
  • Greife bei verarbeiteten Lebensmitteln zu Bio-Produkten. Die EU-Öko-Verordnung schränkt den Einsatz von Zusatzstoffen in Bio-Lebensmitteln sehr stark ein. Darüber hinaus sind die Richtlinien von Anbauverbänden wie Demeter, Naturland oder Bioland, meistens noch strenger. Eine Übersicht der für Bio-Lebensmitteln zugelassenen Zusatzstoffe kannst du bei der Verbraucher Initiative nachlesen.
  • Überlege dir, ob es für das Produkt mit Zusatzstoffen eine Alternative ohne Zusatzstoffe gibt. Ich weiß, dass kann gerade am Anfang sehr mühsam sein. Hast du allerdings Alternativen entdeckt profitierst du auf lange Sicht. Ich habe zum Beispiel beim Kauf von Hülsenfrüchten in der Dose oder im Glas nie auf die Zutatenliste geachtet. Heute hingegen kaufe ich nur noch solche Produkte, die frei von Konservierungsmitteln und Co. sind.
  • Findest du keine Alternative, dann lautet mein Motto die Menge machts. Ich selbst drücke zum Beispiel ein Auge bei Ascorbinsäure (E 300) und Zitronensäure (E 330) zu. Allerdings nur in wirklichen Ausnahmefällen und in Maßen. Warum? Zitronensäure ist eigentlich ein harmloser Zusatzstoff, jedoch wird dieser in sehr vielen Produkten verwendet, sodass du dadurch fast täglich mit diesem konfrontiert wirst.
  • Sei kritisch und lasse dich nicht von Slogans täuschen. Häufig liest du auf Produkten „frei von Konservierungsstoffen“. Dies lässt vermuten, dass das Produkt frei von Zusätzen ist. Beim Blick auf die Zutatenliste ist dies aber oftmals nicht der Fall. Das Produkt kommt zwar ohne Konservierungsstoffe aus, enthält aber im Gegenzug zum Beispiel das Säuerungsmittel Zitronensäure und somit trotzdem einen Zusatzstoff. Aus diesem Grund rate ich dir kritisch zu bleiben.
  • Lerne nie aus und recherchiere. Wie bereits oben erwähnt kann ich dir die Bücher von Hans-Ulrich Grimm empfehlen. Neben „Chemie im Essen“ stehen „Die Suppe lügt“ und „Die Ernährungslüge“ in meinem Bücherregal. In diesen blickt der Autor hinter die Kulissen der Nahrungsindustrie und deckt auf, was wirklich in unseren Lebensmitteln steckt.
  • Schaue im App-Store nach und lege dir eine E-Nummern-App, wie zum Beispiel codecheck, zu.

Last but not least: Zusatzstoffe, die keine Zusatzstoffe sind

Zum Schluss möchte ich dich noch auf Zusatzstoffe, die keine Zusatzstoffe sind, aufmerksam machen. Was ich damit meine? Zucker mit all seinen Bezeichnungen (z.B. Maltodextrin, Fruktose-Glukose-Sirup), Hefeextrakt, Aromen und Gentechnik. Achte beim Kaufen darauf, dass deine Produkte frei von Zuckerzusätzen, vor allem frei von Maltodextrin und Fruktose-Glukose-Sirup, nicht genmanipuliert und ohne künstliche Aromen sind. Sei achtsam und lasse es dir schmecken.

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Hi, ich bin Anna-Maria,

 

Kind vom Lande, süchtig nach Kaiserschmarrn, wanderbegeistert und Gründerin von GlücksFood.

Hauptberuflich ein Zahlennerd, privat Hobbyköchin, Foodfotografin und Rezeptentwicklerin. Seit 2013 ernähre ich mich vegetarisch und weiß, wie schwer es gerade am Anfang sein kann, lecker vegetarisch zu kochen. Lasse dich inspirieren von abwechslungsreichen Veggie-Rezepten und erfahre hilfreiche Tipps für deinen nachhaltigen Küchenalltag.

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